Den Oachkatzln hinterher

Ein Tag im Kletterwald Waldkirchen

Was macht man an einem Tag wie heute? Schönes Wetter, blauer Himmel angenehm warm und eine Bande von unternehmungslustigen Familienmitgliedern im Schlepptau? Im Zoo waren wir schon so oft, für den Badesee ist es heute nicht heiß genug, was tun, sprach Zeus? Wie wäre es denn wenn wir nach Waldkirchen fahren, in den Klettergarten?
Die Idee kommt sofort an. Die Tochter, elf Jahre alt ist Feuer und Flamme und der „ich-bin-40-Räuberin-einer-Person“ Sohnemann von acht Jahren ist auf die bloße Andeutung hin schon völlig aus dem Häuschen. Also, Kinder ins Auto gepackt und los geht es nach Waldkirchen, ist ja nicht weit.

Angekommen im Klettergarten stehen wir nun zwischen den Bäumen und bestaunen die großartig aufgebaute Anlage. Doch bevor wir alle den Eichhörnchen hinterher steigen dürfen, kümmert
sich ein Instruktor um uns. Er erklärt uns die Ausrüstung mit Gurten und Seilen, legt uns das Equipment an und instruiert uns über Technik und Kommandos und wie wir uns in den Wipfeln der Bäume zu verhalten haben. Sicherheit geht vor, und damit nehmen es die Waldkirchener Kletterprofis offensichtlich ziemlich genau. Selbst der unser hibbeliger Jüngster hört sich die Sicherheitstipps und Instruktionen erstaunlich geduldig an.

Schließlich geht es dann los. Bestens gerüstet und im Einweisungsparcours mit den Grundsätzen für sicheres Hochseilklettern bekannt gemacht, erklimmen wir zunächst einmal nacheinander
den „Grünen Parcours“ der mit 13 Elementen in einer Höhe von zwei bis drei Metern für die ganze Familie geeignet ist. Die Kinder sind schon nach wenigen Minuten mit den Kletter- und Sicherheitstechniken
vertraut und bewegen sich total natürlich in der von oben doch recht anständigen Höhe.

Der „Gelbe Parcours“: mit elf Elementen in der Höhe von drei bis vier Metern ist er für unseren Räuberhauptmann gerade noch frei gegeben. 1,20 Meter Größe ist das Mindestmaß um dort rauf zu dürfen. Während die Mama mit dem Sohn sich sichtlich wohl im gelben Parcours fühlt, mache ich mich mit dem Töchterlein nun an den „Roten Parcours“, den „Blauen“ haben wir ausgelassen. Der rote geht bis acht Meter Höhe und das sieht von oben schon richtig Hoch aus. Man ist da echt auf einer Höhe mit den Baumwipfeln und fühlt sich wie Robin Hood, der Rächer des Waldes. Wie alt bin ich? Ich bin wohl der einzige Fünfjährige der 1,85 Meter groß ist, jedenfalls habe ich echt einen Mordsspaß und fühle mich genauso wie mein kleiner Sohn, den ich immer wieder aus den Stimmen der entfernteren Gruppe drüben im gelben Parcours heraus juchzen höre.

Zum Schluss gönne ich mir noch das Machoerlebnis für Männer und kleine Jungs wie mich, Hauptsache sie sind über 1,50 Meter groß: Die schwarze Strecke mit sieben Elementen auf einer Höhe von 12-15 Metern. Die Aussicht von hier oben ist wirklich atemberaubend, Hut ab. Zum Finale des Höhenerlebnisses kommt dann da Abseilen aus dieser Höhe, das ist nun wirklich das absolute Highlight des Ausfluges. Nach einem solch ereignisreichen Tag sitzen wir nun alle vier wieder im Auto und sind auf der Heimfahrt. Wir waren noch kaum vom Parkplatz runter, da war es schon vom Familienrat einstimmig beschlossene Sache hier bald wieder einmal her zu kommen. Schade, dass wir noch nicht früher darauf gekommen sind.

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