Denk dich schlank

Die meisten Abnehmprogramme beschäftigen sich nur mit den Bereichen Sport und Ernährung, um zum gewünschten Ziel – der „Idealfigur“ zu kommen. In den allermeisten Fällen jedoch klappen Diäten und „Crashkurse“ nicht so recht. Der Grund ist einfach: die Wunschfigur beginnt im Kopf.

Diäten und Ernährungskonzepte beruhen meistens auf dem Verzicht auf bestimmte Lebensmittel und auf einer Reduzierung der Gesamtkalorienmenge. Verzicht ist jedoch ein Programm, das auf unserer „inneren Festplatte“, dem Gehirn nicht dauerhaft zu installieren ist. Das Gehirn funktioniert so nicht. Unser Verhalten wird gesteuert durch unser Belohnungszentrum. Machen wir durch ein bestimmtes Verhalten positive Erfahrungen, so wird unser Belohnungszentrum im Gehirn angeregt und dieses veranlasst sogleich die Ausschüttung von Glückshormonen, die unsere Stimmung und unsere Gesundheit positiv beeinflussen. Schokolade zum Beispiel wirkt ungeheuer stimulierend für die Glückshormone – die so genannten Endorphine. Wird uns nun ein Verzicht, bzw. sogar ein Verbot auferlegt, bestimmte Dinge nicht mehr oder nicht mehr so viel zu essen, kommt es zu einer Unterstimulation des Belohnungszentrums, was gleichbedeutend mit einem Bestrafungserlebnis ist. Die permanente Erfahrung von Bestrafung beziehungsweise von Belohnungsentzug bedeutet Frustration und diese setzt eine andere Gruppe von Hormonen frei: Stresshormone.

Unter dem Einfluss von Stresshormonen kann ein Mensch auf Dauer nicht leben. Permanenter Frust bedeutet schliesslich Leidensdruck und Ausbruch: man bekommt „Fressattacken“ oder zumindest bricht man das frustrierende Verzichtsprogramm irgendwann ab und beginnt sein Belohnungszentrum wieder zu „füttern“. Wer also dauerhaft abnehmen möchte, der muss zunächst sein inneres Belohungssystem umprogrammieren. Er muss sich Ziele setzen, die motivierend und stimulierend für das Belohungszentrum sind. Nicht Verzicht, sondern Neuorientierung lautet die Devise. So könnte es zum Beispiel ein Ziel sein, eine bestimmte sportliche Leistung zu erreichen, oder sich ein bestimmtes modisches Styling zu gönnen. Schwierig wird es dann, wenn man sich weder für Sport, noch für sein Äusseres wirklich interessiert, was bei den meisten Dicken leider der Fall ist. Wer kein wirkliches, echtes und tief verwurzeltes Interesse an einem schlanken Körper hat, wird ihn niemals erreichen, soviel ist sicher.

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