Radeln steht hoch im Kurs. Immer beliebter werden die umweltfreundlichen Zweiräder bei Groß und Klein. Wenn Sie also genauso gerne wie Ihre Kinder aufs Rad steigen, sind unsere Tipps zum Kauf und zur Benutzung von Fahrradhelmen für Sie doppelt interessant.
Gefällt der Helm?
Die sorgfältigste Auswahl eines Fahrradhelms ist vergeblich, wenn dieser dem Kind keine Freude macht – zu groß ist die Gefahr, dass es den Helm in einem unbeobachteten Augenblick abnimmt und ungeschützt weiterfährt. Nehmen Sie also Ihr Kind zum Kauf mit und kaufen Sie ihm – falls nichts Schwerwiegendes dagegen spricht – seinen Wunschhelm.
Ein als „cool“ empfundener Helm ist in diesem Fall wirklich schwerstens „angesagt“ Vorsicht aber, wenn Ihr Kind den Helm nachträglich bemalen oder bekleben möchte, denn: Farben und Klebstoffe können die Stabilität des Helms beeinträchtigen. Klebstoffe können die Außenschale und auch den Hartschaum im Inneren angreifen. Ein oder zwei kleine Aufkleber sind jedoch o.k. Im Übrigen: Auch beim Helmtragen pflegen sich die Kleinen am Verhalten der Großen zu orientieren. Gehen Sie ihnen also in diesem Punkt mit gutem Beispiel voran.
Passt der Helm?
Um den richtigen Helm herauszufinden, ist eine Anprobe unerlässlich. Nicht immer wird er hundertprozentig zur Form des Kopfes passen. Dann helfen zusätzliche Polster (“Pads”).
Schon beim Kauf sollten sie eingelegt und genau auf den Benutzer abgestimmt werden. Setzt sich nach einer gewissen Tragezeit das Material im Helm, oder treten Druckstellen
auf, so können Pads auch für Ausgleich sorgen. Doch Achtung: Die Polster sind nur für Feinkorrekturen gedacht – und keinesfalls für einen Helm zum “Reinwachsen”. Stecken zu
viele Pads in einem Fahrradhelm kann er im Ernstfall verrutschen.
Sitzt der Kinnriemen?
Ein Helm, der plötzlich vors Gesicht schlägt und dem Radler die Sicht nimmt? Oder einer, der sich bei einem unfreiwilligen Flug über die Lenkstange nach hinten verschiebt und die
Stirn freigibt? Beides kann passieren, wenn der Kinnriemen schlecht oder zu locker sitzt. Der Riemen darf weder auf die Ohren noch auf die Halsschlagader drücken. Mindestens
15 Millimeter sollte er breit sein. Der Verschluss muss seitlich – nicht unten – sitzen; bei einem Sturz darf er sich keinesfalls lösen. Das Kind muss gut mit den Einstellmöglichkeiten und dem Verschluss zurechtkommen. Fragen Sie den Fachmann und probieren Sie diese Punkte bereits beim Kauf. Dazu ein Hinweis: Klettverschlüsse haben sich bei Tests in puncto Belastbarkeit und Festigkeit als problematisch erwiesen. Deshalb raten Experten zu Schnappverschlüssen.
Ist der Helm geprüft?
Ist der Fahrradhelm im Blick auf den Ernstfall getestet und für gut befunden? Anerkannte Prüfzeichen geben die Antwort, voran das GS-Zeichen des TÜV. Untersucht wird zum
Beispiel, ob der Helm die gefährdeten Kopfpartien ausreichend schützt, ob er rutschfest sitzt, und ob sein Kinnriemen die Anforderungen erfüllt. Sogar einem Aufschlagversuch auf
einen stählernen Amboss aus einem Meter Höhe muss er standgehalten haben. Weitere Orientierungspunkte dafür, dass Sie einem Helm vertrauen können, sind Normangaben.
Hierher gehören die deutsche DIN 33 954 sowie die amerikanischen Normen SNELL und ANSI.
Wie ist ein Fahrradhelm gebaut?
Eine aufschlagdämpfende Schicht aus hartem Kunststoffschaum ist das “Herzstück” bei jedem Fahrradhelm. Doch dabei gibt es drei Varianten:
Der “Softshell”-Helm begnügt sich mit einer Hartschaumschicht. Seine Vorzüge bestehen im relativ niedrigen Preis und im geringen Gewicht. Auf der anderen Seite ist er nicht
sonderlich robust und kann nur in begrenztem Maße gereinigt werden. Deshalb gibt es austauschbare Überzüge für sie. Sofern Sie sich für diese einfache Lösung entscheiden -
wählen Sie Überzüge in hellen und auffälligen Farben, etwa Gelb oder Pink, um besser sichtbar zu sein.
Beim “Hardshell”-Helm ist die aufschlagdämpfende Schicht mit einer harten Außenschale aus Kunststoff überzogen. Er ist meist teurer und schwerer, aber auch sicherer,
strapazierfähiger und pflegeleichter.
Der “Microshell”-Helm ist eine leichtere Spielart des “Hardshell”-Helms: Seine Außenhaut besteht aus einer soliden Folie aus Kunststoff, die – am “Softshell-Helm” gemessen -
ebenfalls Vorzüge in puncto Robustheit und Pflege bietet.
Zu den Merkmalen guter Fahrradhelme gehört auch, dass sie das Sichtfeld nicht einengen und Lüftungsöffnungen haben. Insekten und spitze Gegenstände sollten nicht durch die
Öffnungen gelangen.
Wie pflegt man den Helm – wie lange hält er?
“Nur Wasser und ja keine aggressiven Reinigungsmittel”, muss die Devise lauten, wenn die Helmschale verschmutzt ist. Anderenfalls kann die Stabilität des Helms darunter
leiden. Gut ist es, wenn der Fahrradhelm über eine Innenausstattung verfügt, die sich mit ein paar Handgriffen von der Schale lösen lässt. Dann fällt es leicht, diesen Teil getrennt
zu säubern. Hat ein Fahrradhelm bei einem Sturz seinen Dienst getan, muss er unbedingt ersetzt werden. Das gilt auch, wenn keine Beulen oder Kratzer zu sehen sind, denn: Ein Anprall führt oft nur zu einer Verformung der Helmstruktur oder zu Haarrissen, die sich mit bloßem Auge nicht erkennen lassen. Solche Schäden können die Schutzwirkung entscheidend beeinträchtigen.
Sie sollten sich in jedem Fall alle fünf Jahre einen neuen Helm anschaffen. Denn mit der Zeit verliert der Kunststoff, aus dem Helme gefertigt sind, an Festigkeit.
Wo Ja – wo Nein?
Außer beim Radeln im Straßenverkehr ist der Fahrradhelm auch dann geboten, wenn sich Junioren auf privatem Gelände mit ihren BMX-Rädern oder Mountainbikes austoben. Dasselbe gilt beim Skateboard-Fahren oder beim Inline-Skaten. Ebenso sollten die Allerjüngsten einen Helm tragen, wenn sie von den Eltern auf dem Rad mitgenommen werden.
Doch Achtung: Auf Kinderspielplätzen gilt genau das Umgekehrte. Dort gibt es Geräte bzw. Spiel- und Klettergerüste, in denen der Kopf stecken bleiben kann, wenn ein Fahrradhelm getragen wird. Aus diesem Grund ist es schon zu schweren Unfällen gekommen. Deshalb müssen die Eltern ihrem Nachwuchs klarmachen, dass der geliebte Helm kein Kopfschmuck für alle Gelegenheiten ist.







