Schlechte Zeiten stärken die Ehe

Wie aus den Tabellen des statistischen Bundesamtes hervorgeht, funktioniert eine Partnerschaft umso besser, je schlechter die Wirtschaftslage ist. Ständige Preiserhöhungen bei gleichbleibendem oder sinkenden Lohn und schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt sorgen für einen Wertewandel. Familie und Partnerschaft rücken wieder mehr in den Mittelpunkt, Karriere und Luxus werden in Zeiten der Wirtschaftskrise zweitranging. Es erfolgt der Rückzug aus der Öffentlichkeit ins häusliche Privatleben, Experten sprechen vom so genannten Cocooning.

Die Scheidungsrate spricht für sich. Während des Wirtschaftsbooms in den 90er Jahren stiegen die Scheidungen stetig an. Das Maximum war 2003 mit einer Scheidungsrate von knapp 56 Prozent erreicht. Seit 2004 sank die Zahl um über 5 Prozent auf mittlerweile knapp unter 50 Prozent. Einerseits eine positive Entwicklung, andererseits bedeutet das, dass im Schnitt immer noch jede zweite Ehe geschieden wird. Noch 1980 war es nur jede vierte Ehe. Forscher machen unter anderem die Selbstständigkeit der Frau für diese Entwicklung verantwortlich. Eine Frau ist heute nicht mehr auf die finanzielle Unterstützung eines Mannes angewiesen. Kinderkrippen und staatliche Unterstützung erleichtern den Frauen eine Karriere trotz Familie. Dem entsprechend haben sich die Erwartungen an den Partner in den vergangenen Jahren geändert. Während der Mann früher für den Unterhalt der Familie zuständig war, wird er heute immer mehr für das Glück der Partnerin verantwortlich gemacht. Erfüllt er diese Erwartungen nicht, kommt es zum Streit – oder langfristig zur Scheidung. 2007 wurden 55,1 Prozent aller Scheidungen von der Frau eingereicht, nur 36,3 Prozent haben Männer eingereicht. In den übrigen Fällen beantragten beide die Scheidung.

Hauptgrund für eine Trennung ist, dass sich die Partner auseinanderleben. Mangelnde Kommunikation folgt auf Platz zwei. Jede fünfte Ehe geht nach einem Seitensprung in die Brücke.

Bislang keine Kommentare, sei der erste.

Hinterlasse einen Kommentar