Vollkasko für die Fetten?

17 Milliarden Euro – mit dieser gewaltigen Summe belasten uÅNbergewichtige Menschen das deutsche Gesundheitssystem jedes Jahr. Das sind gut zehn Prozent der gesamten Gesundheitskosten. Tendenz steigend.

Dennoch löste CDU Bundestagsabgeordneter Marco Wanderwitz im vergangenen Sommer eine Welle der Empörung aus, als er forderte, übergewichtige Menschen sollten höhere Krankenversicherungs- Beiträge zahlen. Dabei drängt sich die Frage nach Gerechtigkeit geradezu auf. Muss die breite Allgemeinheit tatsächlich für die bewusst ungesunde Lebensweise der Mitbürger gerade stehen? Ist das Sinn des solidarischen Systems?

Wer im Winter ohne Winterreifen Auto fährt und dabei seinen Wagen zu Schrott fährt, muss die Kosten selbst tragen. Die Versicherung ist aufgrund „grober Fahrlässigkeit“ des Halters von der Leistung befreit. Wer aber grob fahrlässig seine Gesundheit zerstört, wird wieder gesund gepflegt, ohne irgendwelche Zusatzkosten begleichen zu müssen.

Eine Erhöhung der Krankenkassenbeiträge wird sich jedoch nur schwer durchsetzen lassen. Kritiker argumentieren mit einem Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetztes. Demnach darf niemand „wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (GG, Art.3,3) Grundsätzlich ist eine ungesunde Lebensweise jedoch weder eine religiöse, noch eine ethnische oder politische Anschauung und auch keine Behinderung. Der Ruf nach dem Grundgesetz geht jedoch ins Leere.

Sollten Menschen, die durch ihre Lebensweise ihrer Gesundheit wider besseres Wissen Schaden zufügen, die diesbezüglichen Kosten selbst tragen müssen, oder soll die Allgemeinheit diese Kosten übernehmen? Schreiben Sie uns, die interessantesten Zuschriften werden wir in der nächsten Ausgabe veröffentlichen.

Ein Kommentar to “Vollkasko für die Fetten?”

  1. 19. März 2011 at 22:48 #

    Guter Artikel.

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