Druckfrische PAparazzi

Vom leeren Blatt Papier zum Hochglanzmagazin

Die letzte Zeile der PAparazzi ist geschrieben, das letzte Bild an seinem Platz. Noch ein Mal schauen die Mitarbeiter jede einzelne Seite an, die letzten Fehler, die sich eingeschlichen haben, werden ausgebessert. Immer wieder wandert der Blick zur Uhr. Denn in wenigen Minuten ist Redaktionsschluss, dann geht die PAparazzi in Druck. Durchatmen. Wieder einmal geschafft, pünktlich ist alles fertig. Doch diesmal machen die PAparazzi-Redakteure nicht wie gewöhnlich Feierabend. Sie fahren in die Druckerei, um Ihnen, liebe Leser, zu zeigen, wie das Passauer City-Magazin eigentlich gedruckt wird.

Im gut 50 Kilometer entfernten Ried im Innkreis in Oberösterreich gehen die Mitarbeiter der Druckerei Moserbauer an die Arbeit. In der Druckvorstufe ziehen sie sich die neue PAparazzi vom Server. Sie überprüfen erst einmal jede einzelne Seite. Haben alle Bilder die richtige Farbe? Stimmen alle Formate? Ragt ein Bild über die Seite hinaus oder fehlt etwas? Wenn alles in Form ist, werden die einzelnen Seiten auf einem Bogen platziert. Acht Seiten vorne, acht hinten. Hier muss man ganz genau aufpassen, die eine Seite muss auf dem Kopf stehen, die andere nicht. Die Rückseite muss auf die Vorderseite abgestimmt werden. Denn wenn der Bogen anschliessend gefalzt wird, müssen wieder alle Seiten richtig stehen, der Vorderseite muss die richte Rückseite folgen.

Wenn alle Seiten platziert sind, druckt ein Mitarbeiter den fertigen Ausschussbogen aus. Diesen überprüft er dann nochmals bis ins Detail. Ist alles an seinem Platz? Ist jedes Logo zu sehen? Läuft etwas über den Seitenrand? Es wird ein letztes Mal nachgebessert.

Dann werden die Druckplatten angefertigt. Das passiert heute viel schneller und präziser als noch vor einigen Jahren. Während früher in mühsamer Handarbeit Filmmontagen für die Plattenbelichtung angefertigt werden mussten, belichtet heute ein komplizierter Laserkopf die Platten in höchster Auflösung – Computer to Plate (CTP) nennt sich diese digitale Druckplattenbelichtung. Direkt vom PC aus werden die Platten bebildert. Mit der fertigen Druckform endet hier die Druckvorstufe.

Die fertigen Druckplatten kommen in den Drucksaal und werden gleich in die Maschine eingespannt. Erster Schritt: Die Platte wird mit Wasser überzogen. Nur die Druckschicht ist wasserabweisend, bleibt also trocken. Dann trägt eine Walze die fettige Farbe auf. Hier ist es genau umgekehrt wie beim Wasser. Die Druckschicht nimmt die Farbe auf, das Wasser stößt sie ab.

Anschließend presst ein Gummizylinder gegen die Druckplatte, das Druckbild wird auf das Gummituch übertragen. Zwischen dem Gummi- und einem Stahlzylinder läuft dann das Papier durch. Der Druckvorgang im ersten Werk ist abgeschlossen. In vier Druckwerken hintereinander wird das Papier bedruckt, in jedem Werk mit einer anderen Farbe. Denn alle gedruckten Farbbilder mischen sich aus Blau, Rot, Gelb und Schwarz zusammen. So entstand auch der Begriff CMYK, er steht für Cyan, Magenta, Yellow und Key, das heisst Blau, Rot, Gelb und Key als Farbtiefe durch Schwarz. Es können also nur CMYK-Dateien gedruckt werden. Sobald die ersten Bögen aus der Druckmaschine laufen, zieht ein Mitarbeiter immer wieder Probeexemplare aus der Auslage und überprüft diese am Leitstand unter speziellem Normlicht. Er kontrolliert, ob alle vier Farben exakt übereinander gedruckt wurden, ansonsten wirkt das Bild unsauber und unscharf. Ausserdem schaut er sich die Farbführung genau an, stellt gegebenenfalls die einzelnen Farben neu ein, gibt beispielsweise mehr Rot hinzu und nimmt etwas Gelb zurück. Sobald der erste optimale Bogen aus der Maschine läuft, beginnt der eigentliche Druck. In Windeseile werden die Bögen mit bis zu 18 000 Bogen pro Stunde bedruckt. Ist die Vorderseite fertig, wird der Stapel gewendet, und kommt wieder zurück zum Anfang der Maschine. Die Rückseite wird bedruckt.

Für eine Auflage der PAparazzi laufen 180 000 Bögen durch die Druckmaschine. Ein Bogen ist 70 x 100 Zentimeter gross. Würde man alle Bögen nebeneinander ausbreiten, gäbe das eine Fläche von 126.000 Quadratmetern. Zwölf Fussballplätze könnte man damit auslegen. Um all das Papier zu bedrucken, sind ca. 200 Kilo Farbe nötig, diese wird aus 200 Liter-Fässern in die Farbwerke der Maschine gepumpt. Auf den gewöhnlichen Drucker zu Hause umgerechnet, wären das mindestens 200 Farbpatronen. Was also im alltäglichen Gebrauch innerhalb von Jahren verdruckt wird, läuft in der Druckerei Moserbauer binnen Minuten aus der Maschine.

Der Druck ist beendet. Nun kommt die PAparazzi in die Falzmaschine. Dreimal wird jeder Bogen gefaltet, es entstehen acht Vorder- und acht Rückseiten. Je nachdem wie hoch die Seitenanzahl ist, variiert die Größe der Bogen. Für acht Seiten beispielsweise wird ein halber Bogen verwendet, dieser wird dann eben nur zweimal gefalzt. Gibt vier Vorder- und vier Rückseiten. Es ist auch möglich Einzelblätter zu drucken. Diese werden dann überhaupt nicht gefalzt.

Das Cover zum Beispiel wird nur einmal gefalzt. Dieses geht übrigens schon einige Tage vor der gesamten PAparazzi in Druck. Denn das hochwertige Deckblatt bekommt eine Oberflächenveredelung. Nach dem Druck wird über das Papier UV-Lack gestrichen, der unter UV-Bestrahlung aushärten muss. Das dauert natürlich einige Zeit.

Doch nun sind Cover und Innenseiten fertig. Die Reise kann weitergehen. Die gefalzten Bögen werden verladen und ins knapp 70 Kilometer entfernte Pfarrkirchen gebracht. Dort stehen die Mitarbeiter der Buchbinderei Conzella schon in den Startlöchern. Sie sortieren die Bögen der Reihe nach in die Zusammentragmaschine ein. In das erste Fach kommt der erste Bogen, also die ersten Seiten der PAparazzi. Im hinteren Teil liegt demnach der letzte Bogen. Die Maschine zieht dann die einzelnen Bögen in ihr Inneres und stapelt sie in der richtigen Reihenfolge. Sie werden mit dem Rücken über eine Leimrolle gezogen. Am Ende wird der Umschlag zugeführt. Der auf etwa 120 Grad erhitzte Heißleim ist immer noch flüssig genug, damit das Cover hält.

Nun muss die PAparazzi in die Trockentürme. Es dauert zwar mindestens 24 Stunden bis der Leim total ausgehärtet ist, doch nach einer Runde durch die Türme kann das Magazin gut weiterverarbeitet werden. Noch sind ja nur die gefalzten Bögen aufeinandergeklebt, man kann also noch nicht in der PAparazzi blättern. Der Drei-Schneider schafft Abhilfe und verpasst dem Magazin einen Kopf-, Fuß- und Vorderschnitt. Die neue PAparazzi ist geboren. Druckfrisch! Jetzt läuft sie nur noch über das Laufband, von dem sie per Handarbeit in Kartons verpackt wird. Diese werden auf Paletten gestapelt und mit Folie eingepackt. Dann beginnt die Reise nach Passau in die PAparazzi-Redaktion, wo sämtliche Mitarbeiter schon darauf warten, das Magazin endlich unter die ungeduldig wartenden Leser zu bringen. Und so ist es wieder einmal geglückt, aus weißem Papier ein Hochglanzmagazin zu machen.

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