Pocking wächst stetig
Franz Krah, 1. Bürgermeister von Pocking ist seit der Kommunalwahl 2008 der Chef im Pockinger Rathaus und hat dabei wenig Grund zu klagen. Pocking profitiert von seiner Lage mitten im tourismusstarken Bäderdreieck und ist dort mit einer umfangreichen Palette an Handels- und Dienstleistungsbetrieben bestens aufgestellt.

PAparazzi: Herr Krah, wie geht es zur Zeit in Pocking?
Franz Krah: Wir können uns im Großen und Ganzen nicht beschweren. Im Wesentlichen ist die Stadt Pocking zwar beim „Konjunkturpaket II“ der Regierung nahezu leer ausgegangen, aber dennoch bekommen wir einige Förderungen aus anderen Töpfen, die uns unsere Arbeit grundsätzlich ermöglichen. Ich persönlich bin mit dem „Spatzen in der Hand“ nicht unbedingt unzufrieden – aber ein wenig mehr hätten wir uns schon gewünscht.
PAparazzi: Warum hat Pocking aus diesem Topf nicht so viel zugeteilt bekommen?
Franz Krah: Nun, wir waren einfach zu flott bei der Erledigung unserer Hausaufgaben. Wir haben schon vor der Auflage des Paketes den größten Teil der städtischen Gebäude energetisch saniert. So konnten wir den Energieverbrauch und das Raumklima in den Gebäuden erheblich optimieren. Zur Zeit sind wir noch mit dem Kollegbau, dem früheren Gymnasium zugange, noch offen ist die Stadthalle, aber auch dafür bekommen wir voraussichtlich keine Förderung.
PAparazzi: Einige Gemeinden sind ja durch die momentane Wirtschaftslage in Mitleidenschaft gezogen worden, wie geht Pocking mit der derzeitigen Situation um?
Franz Krah: Die sogenannte „Wirtschaftskrise“ betrifft uns eigentlich nicht. Pocking hängt so gut wie gar nicht am Tropf der großen Industriezweige, die momentan so sehr zu kämpfen haben. Wir sind als Handels- und Dienstleistungsstadt sehr solide mittelständisch aufgestellt und das ist sehr gut so. Pockings Haushalt ist nur zum Teil von den Gewerbesteuereinnahmen abhängig und diese Position ist im Moment sehr stabil, ein Einbruch ist auch nicht zu befürchten. Selbst wenn es da jedoch bröckeln würde, könnte uns das nicht aus der Bahn werfen.
PAparazzi: Was tut sich in Sachen Rottkaufhaus? Dies könnte doch ein interessanter Anziehungspunkt für die Pockinger Innenstadt sein?
Franz Krah: Sicher, doch das liegt nicht in unserer Hand, sondern in der Hand der Eigentümer. Wir haben jedoch versucht, zumindest ein attraktives Umfeld zu gestalten, indem wir hinter dem Gebäude die lange gewünschten Parkplätze geschaffen haben, mehr können wir in der momentanen Lage nicht bewirken. Natürlich wäre eine zugkräftige Handelsmarke, vielleicht aus der Textil- oder Möbelbranche von Vorteil für die Stadt. Wie auch immer, wir können momentan nur die Entwicklung beobachten.
PAparazzi: Pocking als Mittelpunkt des Bäderdreiecks, das ist es wohl, was Sie mit „Handel- und Dienstleistungsstadt“ andeuten – wie wichtig ist Bad Füssing, Bad Birnbach und Bad Griesbach für Pocking?
Franz Krah: Nun, sicherlich profitiert Pocking sehr von dieser Lage. Viele der Menschen, die in Pocking leben, arbeiten im Bäderdreieck. Auch die unmittelbare Versorgung dieser Orte mit bestimmten Dienstleistungen deckt sich zu einem Teil aus Pocking. Wir sind sehr zufrieden mir dieser Lage.
PAparazzi: Pocking weist ja ein Baugebiet nach dem anderen aus, und in Windeseile sind die Gebiete auch bebaut, scheinbar wächst Pocking?
Franz Krah: Pocking wächst beständig. Uns liegt eine Bertelsmann- Studie vor, die Pocking bis 2025 ein stetiges Wachstum von 1 – 1,5% pro Jahr prognostiziert. Das ist im Angesicht der Tatsache dass die größeren Städte eher einen Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen haben durchaus viel. Natürlich hängt dies auch mit unserer Arbeit zusammen. Ein großer Teil unseres Tagesgeschäftes sind Grundstücksverhandlungen, bei denen wir versuchen möglichst günstige Baugrundstücke zu erschließen – mit Erfolg, wie es aussieht. Bauen in Pocking ist günstig, und dabei liegen wir landschaftlich und infrastrukturell sehr gut. Als Wohnstadt ist Pocking sehr attraktiv geworden.
PAparazzi: Mit dem Ausbau der geplanten A94 an die A3 sollte Pocking ja nochmals deutlich an Attraktivität gewinnen – dann wäre es ja nur noch knapp eine Stunde nach München. Ist Pocking als „Vorort“ von München für Sie eine reizvolle Vision?
Franz Krah: Selbstverständlich würde dies eine enorme Steigerung der Attraktivität bewirken, nur glaube ich persönlich nicht an eine zeitnahe Umsetzung dieser Maßnahme. Noch ist nicht einmal das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen, ich denke das wird noch ziemlich lange dauern.
PAparazzi: Herr Krah, vielen Dank für das Gespräch!
Bernd
Ausbau A94: Durch den Wegfall des Transrapid in München, sollten ja Budgets für den Ausbau von Strassen und Autobahnen freigemacht werden. Daran sollte es hoffentlich also nicht scheitern.