Seit über 40 Jahren begleitet Schwester Adelheid, Leiterin des Seniorenheims St. Josef in Obernzell, die Einwohner auf ihrem letzten Weg. Unzählige Male hat sie schon am Bett der Sterbenden gesessen, unzählige Male die Angehörigen getröstet, unzählige Male Abschied genommen – unzählige Male war sie einfach da. Woher nimmt sie nur die Kraft? „Das Sterben ist für mich nichts, das furchtbar ist. Es ist für mich das Hineinführen in etwas Neues, in ein besseres Leben. Der Tod ist für mich nicht das Ende“, begründet sie ihren unendlichen Einsatz für die Sterbenden. Die letzten Stunden will sie ihnen so angenehm wie möglich gestalten. „Das richtet sich nach der Biografie“, erklärt sie. Wenn jemand gerne klassische Musik gehört hat, legt sie eine CD ein, die leise im Hintergrund läuft. Manchmal redet sie mit dem Sterbenden, sie beten gemeinsam mit den Angehörigen, manchmal hört sie ihm zu, wenn er über seine Ängste spricht und manchmal ist sie einfach nur da. Doch nie lässt sie ihn alleine. Obwohl Schwester Adelheid an das ewige Leben glaubt, nimmt sie der Tod oft ganz schön mit, sie trauert genau so um die Bewohner wie ihre Angehörigen. Aber ihre Hobbys die vom Garteln bis hin zum Orgel spielen reichen, die vielen Tiere im Heim, die die Bewohner mitgebracht haben, und nicht zuletzt ihr engagiertes Team und der Orden der Niederbronner Schwestern geben ihr Kraft. „Es gibt Menschen, die mich brauchen. Es gibt Menschen, denen es gut tut, wenn man gut zu ihnen ist. Das sind die Momente, die mich immer wieder weiter machen lassen.“
Schwester Adelheid
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