Weihnachtsmacher

Prachtvolle KugelnWas Sie in der Vorweihnachtszeit beim Einkauf  in der Stadtgalerie nicht zu sehen bekommen

Die Tage werden immer kürzer, bereits seit Wochen ist es zuweilen schon frostig kalt – Weihnachten rückt immer näher. Die Passauer Innenstadt leuchtet die Weihnachtszeit ein, so auch die Stadtgalerie – seit Ende November ist das Shopping Center weihnachtlich geschmückt.

Die Stadtgalerie mit insgesamt 90 Geschäften auf 21.000 m² wurde letztes Jahr im September nach knapp einem Jahr Bauzeit eröffnet. Das Shoppingcenter ist auf 20.000 bis 30.000 Besucher pro Tag ausgelegt. Wir haben das Team der Stadtgalerie bei den Vorbereitungen auf Weihnachten 2009 hinter den Kulissen begleitet.

Die Vorbereitungen für Weihnachten 2009 begannen bereits im Januar 2009 und begleiteten die Stadtgalerie das ganze Jahr hindurch. Kein Scherz – im Januar! Denn Weihnachten 2008 war das erste Weihnachten in der Stadtgalerie, die Einrichtung und Dekoration erfolgte seinerzeit durch externe Unternehmen – dieses Jahr wurde der Weihnachtliche Umbau der Stadtgalerie vom hauseigenen Personal und Serviceunternehmen durchgeführt.

Daher war es bereits beim Abbau erforderlich, alle Dekorationsgegenstände zu inventarisieren und katalogisieren. So beispielsweise, die 9102 Christbaumkugeln, 50 Tannenbäume oder die in Summe über 17.000 m Leuchtschnüre (also mehr als 17 Kilometer) mit 170.000 energiesparendenLED Leuchtmitteln. Somit ist es möglich, jedem Dekogegenstand seinen Standort eindeutig zuzuordnen. Die Haustechniker haben akribisch beim Abbau Girlanden beschriftet, Sternenvorhänge katalogisiert, Bilder geschossen, in Grundrisspläne die Aufbaumuster einskizziert, kurzum: Man weiß exakt, wo z.B. Girlande Nr. 212 von den insgesamt 340 Stück ihre Position in welchem Stockwerk der Galerie hat.

Im Laufe des Jahres wurden Änderungswünsche sowie Trends erfasst und – im Juni erfolgte die Festlegung der Dekoszenarien für die nächsten 4 Jahre.Dieses Jahr steht unter dem Motto: Weihnachten bei den Tieren. Hierzu wurden drei Winterwaldumgebungen in Szene gesetzt. Bewegliche Stofftiere wie Igel, Mäuse, Hasen und Eichhörnchen erlauben vor allem den kleinen Besuchern den Blick in die weihnachtlich stimmungsvolle Stube.

September bis November dann die Feinplanung des Aktionsplans, die Personaleinteilungen, das Nikolaus-Casting und natürlich der Aufbau des gesamten Weihnachtsszenarios. Hier ein Auszug aus der Originalagenda der Stadtgalerie:

September 2009: Rücksprache mit der Sekretärin, die das Weihnachtsprogramm organisiert, im Hinblick auf Inhalte und Budgetvorgaben. Arbeitskreis mit den Mietpartnern der STADTGALERIE über Weihnachtsaktivitäten und Weihnachtsmarkt. Briefing der neuen Dekoagentur im Hinblick auf gewünschte Qualitätsstandards und Produktion von Sonderwünschen (z.B. Bau eines Lebkuchen- Hexenhäuschens für den Backofen in der Kinder- Bastelstube, Bau einer “Telefonzelle”, in der die Kinder tatsächlich mit dem Christkind telefonieren können!) etc.

Oktober 2009: Fertigstellung des Weihnachtsaktionsprogramms, Endkoordination mit der Agentur für die Weihnachtsszenarien, Erstellen der Checkliste für dasTeam und Aufteilung der Aufgaben (wer macht was bis wann?), Endbesprechung und Planung der Inhalte für die Center-Zeitungen im Nov & Dez., Abtelefonieren der umfassenden Aushilfenkartei und Einteilung der Kräfte für Auf- und Abbau, für Deko, für Unterstützung beim Weihnachtsprogramm (Wer spielt den Nikolaus? Wer gibt das Christkind?)

Anfang November dann der Beginn der Aufbauten. Das technische Team der Stadtgalerie, welches aus 4 Personen besteht, wurde in Schichten eingeteilt. Das alles muss parallel zum normalen Tagesgeschäft laufen mit normalen Arbeitszeiten von 06.00 Uhr – 21.00 Uhr Mo-Sa Möglich ist das nur durch ein hochmotiviertes Team, was wirklich Spaß an der Arbeit hat und selbständig arbeitet und keine Angst davor hat, Verantwortung zu übernehmen. 2 Mitarbeiter haben den gesamten November in Nachtschichten von 20:00 – 05:00 Uhr nur für die Weihnachtsvorbereitungen gearbeitet. Zusätzliches Personal, sowie Fremdfirmen wurden dem Kernteam zur Unterstützung zur Verfügung gestellt. Während der gesamten Zeit stehen 3 Kranfahrzeuge zur Verfügung.

Der Aufbau des Kronleuchters Besonders Spektakulär – der Aufbau des fast 200kg schweren Kronleuchters oberhalb der 6 m hohen Tanne im Centerbereich, unterhalb der fast 100 Meter langen Glaskuppel. Hierzu wurde tags zuvor der Brunnen mit einer Bühne überdeckt. Als wir zum Kronleuchteraufbau eintreffen, befindet sich Stadtgalerie Mitarbeiter Robert Jäger in 23 Meter Höhe, in der Gondel des Kranes.Die Kanzel quittiert jede Bewegung von Robert durch ein fröhliches Wippen. Sehr schnell nehmen wir den Warnhinweis auf der Gondel zur Kenntnis: max. 120 kg. Wir werden wohl nicht mit dem Angestellten der Stadtgalerie über die Brüstung schweben können – wirklich enttäuscht sind wir deswegen aber nicht…die Höhe ist wirklich ziemlich beeindruckend, und die Gondel wackelt wieein Kuhschwanz im Mückenschwarm. Zugucken ist ja auch ganz nett, denken wir uns.

Robert platziert den Korb geschickt in der 3. Etage des Einkaufscenters um mich zu begrüßen. Währenddessen bereiten seine Kollegen den Einsatz des Kettenzuges vor. Dieser Kettenzug wird später den Kronleuchter unter das Glasdach hieven.Während dieser Vorbereitungsphase nutzen wir die Gelegenheit das – von dem heute 7-köpfigen Team abgesehen – menschenleere Einkaufsparadies abzulaufen und einige Bilder zu schießen. Es ist ein seltsames, aber dennoch sehr beeindruckendes Gefühl, durch die Shopping-Mall zu laufen – ohne auch nur einer Menschenseele zu begegnen. Der Kronleuchter besteht aus verschiedenen Einzelkomponenten, die hängend montiert werden. Der Aufbau erfolgt daher stufenweise: Nachdem neue Komponenten montiert wurden, wird das Gebilde wieder ein Stück nach oben gezogen und weitere Elemente anmontiert – bis der Kronleuchter seine vollständige Größe erreicht hat.Nach etwa 2 Stunden schweißtreibender Knochenarbeit ist der Kronleuchter vollständig montiert, er wird mit dem Kettenzug in Position gebracht und gesichert. Der Mitarbeiter der Stadtgalerie entfernt im Anschluss daran den Kettenzug. Schlussendlich wird das Lichtgebilde durch Fixierungsseile gegen Verdrehen gesichert. Das Ding ist wirklich riesig, die wahren Dimensionen werden einem erst so richtig bewusst, wenn man die Einzelteile und den fertigen Lüster direkt und bewusst aus der Nähe betrachtet hat. Allerdings muss er diese Größe auch haben, schließlich hängt er als eines der wichtigsten Dekoelemente mitten in einem voluminösen Atrium. Eine normale Esszimmerleuchte aus dem Baumarkt würde da wohl ein wenig verloren wirken.

Schon steht das Dekoteam in den Startlöchern. Die Verschraubungen und Traversen werden von fleißigen Händen dekoriert, während sich der Aufbautrupp schon die Pläne für den 6 m hohen Weihnachtsbaum auf der Bühne zur Brust nimmt – der Aufbau wird etwa 3 Tage – Pardon, Nächte – in Anspruch nehmen. Der Dekorationsaufwand in der Stadtgalerie ist enorm. Erst beim Anblick der schieren Mengen an Christbaumkugeln, Leuchten, Bäume und Girlanden wird einem so richtig klar, dass hier 21.000 Quadratmeter, also mehr als 2 Fußballfelder Fläche in weihnachtliches Gewand zu kleiden sind. Tagsüber können diese Aufbauten nur sehr eingeschränkt durchgeführt werden, daher bleiben nur lange, lange Nachtschichten um diese logistisch und organisatorisch perfekt durchgeplante Aufgabe zu erledigen. Wäre diesem Projekt nicht eine Planung von mehreren Monaten vorausgegangen, könnte es in derart kurzer Zeit gar nicht verwirklicht werden. Am Ende dieser Nachtschichten steht nämlich ein Fixtermin, wir zitieren hierzu noch einmal aus der Agenda des Centermanagements:

November 2009: Feintuning: z.B. Nikolaus-Casting, persönliches Kennenlernen der Bewerber, Abnahme der Deko durch das Centermanagement, Funktions-Check. Mieter räumen ihre vom Deko- und Montageteam aufgebauten und dekorierten Weihnachtsstände ein. 23.11.2009 9.30 Uhr ist alles fertig, alle Lichtlein brennen, alles strahlt, glänzt und funktioniert. Punkt. Um diese absolute Deadline zu erreichen arbeiten in diesen Nächten alle ein wenig länger, denn am Ende sind alle stolz auf die funkelnde Pracht während der Vorweihnachtszeit.

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